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Es ist bekannt, das Friedrich Nietzsche (1844 - 1900) und sein Zeitgenosse, der deutsche Zoologe und Philosoph Ernst Häckel (1834 - 1919), der den "Evolutions-Neuerfinder" Charles Darwin in Deutschland quasi als Gründer einer neuen, wissenschaftlich erhärteten Religion bekannt machte - und viele andere diesen beiden damals anhangenden Berühmtheiten (siehe vorstehend auch "Die Entstehungschichte der Piltdown-Mensch-Fälschung"), einen radikalen Kampf gegen jegliche "christliche" Transzendenz  führten, also "Gott ist tot" schrien und gleichzeitig zu einer neuen, nur vordergründig eher diesseitigen Religion aufriefen (Hitler war ihnen dankbar, ebenso Stalin)! Wer den lebendigen Schöpfergott, der sich uns in Jesus (übersetzt: Gott errettet) Christus als Gnadenbringer offenbart/e (Hebräer 2,7-9, Johannes 1 etc.) , zur Vordertür hinaus jagt, öffnet gleichzeitig die Hintertür für das Eindringen der falschen Geister (Spiritismus ist bei den Atheisten und vielen "Bauleuten" sehr beliebt --> schon die kananitischen Stämme und später das alte Israel bzw. Juda wurde deswegen von Gott immer wieder gerichtet --> siehe z.B. 1. Könige 11...). Denn irgendeinen Glauben braucht der Mensch, sei es auch nur an die Wissenschaft bzw. den unaufhörlichen Fortschritt (viele schreiten bzw. schritten in die falsche Richtung fort...) oder bloss an ein Sport- oder Filmidol (Idol = übersetzt "Götze")...

Zusammen mit der in Gelehrten- und Herrscherkreisen kurz vor dem 1. Weltkrieg verbreiteten, konstruierten Entdeckung des Piltdown-Menschen, der Botschaft vom ebenso erfundenen "Auffinden" des vermeintlich definitiven Beweises für die biologische Abstammung des Menschen vom Affen, wurde u.a.m. durch die Lehren der beiden deutschen Philosophen der Samen für die heutige, wenigstens offiziell fast totale Evolutionsgläubigkeit der Wissenschaft gelegt (beweisen kann man weder den Evolutionismus noch den Kreationismus!).  Die Religion von der fortwährenden Evolution, der "geistigen" Weiterentwicklung des Menschen bis zum Homo Noeticus (Mensch der Erkenntnis bzw. "gottgleicher Mensch") über viele Reinkarnationen (Wiederverkörperungen) oder durch Illumination (Erleuchtung) für die Gebildeteren (!), bescherte dem 20. Jahrhundert Hunderte Millionen von Kriegs-, Revolutions- und Hungertoten... Aber unsere immer und immer wieder weiter "verbildeten" Evolutionsanhänger werden offenbar nicht gescheiter. Die Karriere, der kurzzeitige Ruhm für das Weiterverbreiten dieser Irrlehre lockt...

http://www.aaronedition.ch/Weisheiten_04.htm (Die Piltdown Mensch Fälschung)

http://www.aaronedition.ch/Terrorismus_24.htm

So ist es wohl nur logisch, dass heute die islamistische Gefahr, der Islam,  vor ihrer und unserer Tür steht und im Zusammenhang mit dem Christentum, das mit dem aktuellen Humanismus verwechselt wird, auch wieder von einer "Religion der Schwachen" - und ziemlich unumwunden und korangetreu - von der Eroberung des "Hauses des Krieges", des noch nicht islamisierten Gebietes der Himmelskönigin Europa, spricht... Und es scheint wenigstens aktuell so, als ob unsere führende Bauleute-Elite für die Machterhaltung bereit ist, nun, mit dieser aus christlicher Sicht klaren Irrlehre, die der Koran verbreitet, ausgerechnet unter dem Deckmantel des pervertierten Humanismus "transzendente Kompromisse" einzugehen. Was Mohamed im Koran aussagt, hat nichts, aber auch wirklich nichts mit der Gnadenlehre von Jesus Christus im Neuen Testament  zu tun und ebensowenig mit dem Alten Testament. Der Islam leugnet die christliche Hauptbotschaft, die Auferstehung Christi - s.a. Johannes 10, Verse 17 und 18 - obwohl es ihn damals noch nicht gab [--> Offenbarung 22,18], genaugleich wie seinerzeit Pfarrerssohn Nietzsche und "Religionsgründer" Häckel! -  und attackiert die Juden und Christen aufs Härteste bzw. lästert die Bibel aufs Gröbste! Das Nennen gleicher "biblischer" Namen mit einer komplett andern Aussage sagt gar nichts über den Wahrheitsgehalt der Botschaft aus... Und wer den Koran öffentlich anzweifelt, wird gleich mit der Ermordung bedroht. Ja, die Diktatur der Toleranz macht der Welt Elend ganz und führt im Nu zur Sterbensruh! Mohamed war der erste Mensch, der sich Prophet nannte und gleichzeitig selber den Heiligen Krieg erfand und selber  praktizierte... Er regierte mit Gewalt bzw. kam mit Gewalt an die Macht (z.B. Kampf gegen Mekka) - sehr, sehr weltlich diesseitig! Und seine Anhänger, die ihn mittlerweile gar zu Gott erklärt haben (sonst würde man seine Karikaturen nicht als Gotteslästerung empfinden!), tun das Gleiche oder drohen uns damit ganz unumwunden. Aber: Gewalt wird auf Erden immer mit noch grösserer Gewalt beantwortet... Die Spirale ist wieder am Drehen! Fanatiker lassen sich nicht durch Worte besänftigen, es sei denn, man unterwerfe sich ihnen wortreich und führe die Scharia ein - das vermeintliche "Gottesrecht". Die Propheten der Bibel haben nicht zur Waffe gegriffen, sie haben bloss ihren jeweiligen Führern vorausgesagt, was ihn Kürze für Gerichte eintreffen werden. Sie haben auch das Kommen Jesus klar vorausgesagt (mitsamt seiner Kreuzigung und seiner Wiederkunft, siehe z.B. Sacharja 12.10 Offenbarung 1,7.8; Sacharja 14,3.4, Jesaja 7,14; 28,16; 52,7-53,12, Micha 5,1ff, Offenbarung 17,14, Offenbarung 19,11ff (Verse 1-10: vorher die Hochzeit des Lammes mit den entrückten Christinnen und Christen! Siehe auch Offenbarung 7,9-17), Matthäus 24 und 25 etc.

Die Worte der biblischen Propheten trafen und treffen sicher ein! Nietzsche und Co. und ihre aufgeklärt aufgeklärten "römischen" Vorgänger und Nachfolger konnten und können die ewige, gottgewollte "Religion der Schwachen" nie und nimmer ausrotten - nur zeitweilig lahmlegen, so, wie unser Schöpfergott  es will und zur Läuterung und Erkenntnis zulässt bzw. wie seine Propheten und sein für kurze Zeit (Hebräer 2,7-9) unter die Engel erniedrigter geistlicher Sohn Jesus Christus es voraussagten! Jesus bedeutet übersetzt "Gott errettet" und kein normaler Mensch, egal wie hoch er sich nach oben "gefilzt" und betrogen hat... Im Himmel gibt es dann keine Operbälle mit sündhaft teuren Roben mehr, mit deren Kosten man ganze Regimenter von Hungernden lange Zeit ernähren könnte. Siehe zu den Falschbotschaften der der Bauleute der Neuzeit (der erste Weltturmbau zu Babel wurde ja von Gott auch in den Anfängen nachhaltig zerstört...)  auch unter Hiob und andere.

Micha 5,1-2: Und du, Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter  den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von der Ewigkeit her gewesen ist."

Antisemitismus (die Araber sind zwar auch klar Kinder Sems... aber sie streiten seit Ismael und Esau, dem älteren Bruder von Jakob/Israel, mit den Israeliten um das Erstgeburtsrecht, das Esau wegen einem Hirsegericht verschenkte --> 1. Mose/Genesis 25,23 bzw. Kapitel 27...) und Antizionismus hat den Ausführern und Anstiftern  bisher noch nie dauernde Erfolge beschert (siehe erwähnte, riesige Blutopfer der Völker unter Hitler und Stalin...), er stösst quasi die von Grundlegung der Welt festgelegte Weltgeschichte an... Die Ewigkeit versteht nur ihr Schöpfer!

Die Frucht von "berühmten" (bei Jesus ist der Kleinste der Grösste!) Leuten wie Nietzsche, Häckel, Keith usw. ist aufgegangen und wir zahlen heute den Preis dafür - fanatische Gottesgläubige, teilweise ohne jegliche Gnade (bzw. nur für sich selbst) gegenüber Andersgläubigen, bringen uns das Fürchten und die Sehnsucht nach dem friedlichen Jenseits (Offenbarung 7,9-17!!!) wieder bei. Denn das Reich des Christus ist noch nicht von dieser Welt (Johannes 18, Verse 36 und 37), und nur wer aus der Wahrheit ist und nicht ein atheistischer oder "gottesgläubiger", neidischer "Halsabschneider", versteht diese Botschaft! Das ist seit langem so. Die Moslems standen schon oft vor unserer Tür (Oesterreich, Serbien im Mittelalter), aber noch nie waren sie unter uns wie heute und die "gläubigsten" terrorisieren uns mit Selbstmordbombenanschlägen (siehe z.B. London 2005)!

Wahrlich ein neues Zeitalter nach dem Gusto Nietzsches und Häckels, wo der Stärkere überleben soll, tut sich vor unseren Augen auf... Darum ist es umso nötiger, die Botschaft von der gewaltigen Gnade Gottes in Jesus Christus nochmals kräftig zu verbreiten, auch den Moslems unter uns, denn Jesus ist auch für sie gestorben und wieder auferstanden und hat die Pforten des Totenreiches (Hades, Scheol) ein für allemal geöffnet bzw. das Totenreich, die Hölle zunnichte gemacht für alle diejenigen, die seiner gratis zu erhaltenden Gnadenbotschaft glaub(t)en! Aber da machen uns die "Römer" an den Schaltzentralen der Macht und der Medien aus wirtschaftlichen und pseudohumanistisch "pseudoinitierten" Gründen wieder einen Strich durch die Rechnung und helfen damit unbewusst weiter mit, dass die Prophezeiungen des Alten und des Neuen Testamentes sich weiter erfüllen... 

Das Evangelium (frohe Botschaft) des Jesus Christus ist ein Gnadengeschenk, das errettet für echt ewig jede und jeden, der es gläubig annimmt (Johannes 3,14-18; 5,24ff, Epheser 2,8-10, Offenbarung 3,21-23 etc.),  und es wird seit Jesu von den Bauleuten aller Nationen auf Heftigste und Perfideste bekämpft (I. Petr. 2,6-8, Apg 4,11.12 etc.) - am perfidesten durch das Einführen von pseudochristlichen Lehren, wie es die "römischen" Regierungen seit Konstantin I. oft taten! Siehe die "Ketzerverfolgungen" des Mittelalters oder das Konkordat (Übereinstimmungsvertrag) des Vatikans mit Hitler vom 20. 7.1933!). Und 1933 liess der USA-Präsident Roosevelt die "Illuminati-Pyramide" auf die 1-Dollar-Note drucken und rief praktisch zeitgleich mit Hitlers Machtübernahme  bzw. dem Konkordat Hitlers mit dem Papst,  das "Neue Zeitalter" , das "Novus ordo seclorum" (von was?), aus. Und dieses von Roosevelt ausgerufene Neue Zeitalter, das in Europa vom Vatikan und Rom durch konkrete Handlungen bestätigt wurde, hatte bestimmt nichts mit dem Glauben an die Wiederkunft von Jesus Christus zu tun - sondern sehr viel mehr mit der Gnosis (siehe unten), dem heute aktuellen New Age bzw. dem sogenannten "Zeitalter des Wassermannes", das den Menschen verspricht, gottgleich zu werden (Homo Noeticus), genaugleich wie in 1. Mose/Genesis 3, Verse 4 und 5 seinerzeit die listige Schlange den ersten durch das Wort (Logos) geschaffenen Menschen (...die Schlange häutet sich, aber ihr Charakter bliebt der gleiche...) --> Siehe auch 1. Mose/Genesis 6,1-4, Hiob 1,6ff; 2,1ff; 38,7 (alles noch in Gemeinschaft mit Gott!); 40 und 41 (ganze Kapitel). Der Psalm 2 ist heute aktueller den je! Siehe dazu u.a.m. auch unter God News.

Jesus Christus: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln (bleiben) in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Johannes 8,12)

Siehe zu den "evolutionisch-christlich" Machtgläubigen bzw. als ein Beleg für die obigen Thesen auch den nachstehend verlinkten Beitrag.

http://www.aaronedition.ch/Kriegsfreunde.pdf

Als weiteren interessanten Beleg für den Zerfall der "christlichen Transzendenz" in den Führungsetagen der Mächtigen und den "Chefetagen" der intellektuellen u.a.m. im Zusammenhang mit Nietzsche und Häckel zitieren wir aus einem auf dem Netz gefundenen Historiker-Vortrag (Zitatsquellen am Ende des Teilzitats):

"In dem Maße nun, in dem der christliche Glaube an die Heilsgeschichte und Schöpfungsordnung im Laufe der wachsenden Diesseitsorientierung an Deutungsmacht verlor, rückte die reine Profangeschichte an dessen Stelle, die nun selber zum Ort säkularreligiöser Hoffnungen, Erlösungssehnsüchte und Heilserwartungen wurde. ‚Heil’, ‚Rettung’ und ‚Erlösung’ waren in der Vorstellung aufgeklärter, wachsend entkirchlichter und entchristlichter Individuen zunehmend menschlichem Handeln überantwortet. ‚Heil’, ‚Rettung’ und ‚Erlösung’ waren in der Vorstellung aufgeklärter, wachsend ent­kirchlichter und entchristlichter Individuen zunehmend menschlichem Handeln überantwortet. ‚Heil’ schien machbar in der Selbsttätigkeit autonomer Individuen und ‚Erlösung’ stand am diesseitigen Ende des Geschichtsprozesses. So entstanden mannigfache Arten einer Religion der Revolution, gläubige Wissenschaft, sakrale Nationalismen oder auf individuelle und kollektive Rettung zielende Pädagogiken – sowie kunstreligiöse Konzepte. Wenn der junge Buchhändler und spätere Kulturverleger Eugen Diederichs im Jahre 1892 in sein persönliches Notizbuch schreibt: „Der Mensch erlöst sich selbst, das ist die neue Religion“39, dann offenbart er, wie modern im oben skizzierten religionsgeschichtlichen Sinne er wirklich und er bekennt sich als Adept einer Religion der Selbsterlösung. Mit dem erwähnten Satz erweist sich Eugen Diederichs aber auch als Anhänger seines Naumburger Landsmannes Nietzsche, dessen Wirkung auf die Gebildeten der Jahrhundertwende – wie bereits angedeutet – kaum zu überschätzen sein dürfte40 und auf den wir nunmehr eingehender zurückkommen müssen.

Insbesondere vier von Nietzsche stammende bzw. von ihm in radikaler Deutlichkeit artikulierte Positionen sind für uns von besonderem Interesse. 

(1) Nietzsche kündete die Heraufkunft des „Nihilismus“, damit wurde er – so Karl Löwith später – der „Vollender des Atheismus“41. Der radikalen Entwertung christlicher Jenseitsvorstellungen korrespondierte jedoch bei Nietzsche, vor allem aber seinen Jüngern, die emphatische Aufwertung des „Lebens“ als kulturellem Kampfbegriff sowie die ästhetische Apotheose des Leibes und der Körperlichkeit des Menschen und seiner Willenskräfte.

(2) Nietzsche beschwor zwar das Zeitalter des Nihilismus, legte zugleich jedoch dar, dass Normen und Werte nicht zuletzt das Ergebnis von individuellen Willensakten sind; dass man sich also auch entschließen kann „neue Werte“ zu schaffen, zumal in kulturellen Krisensituationen.

(3) Christentumskritik, Nihilismus -Problematik und Wertediskussion sind eng verbunden mit Nietzsches Idee einer „neuen Mythologie“ und der Apotheose der Kunst als Schöpferin, Hüterin und Medium kulturell stabilisierender Normen. Gerade diese Idee, seit der Frühromantik ein Traum zahlreicher Künstler und Dichter42, hat im kulturellen Bewusstsein des Wilhelminismus umfassende Wirkungen entfaltet und erklärt die zentrale Position ästhetischer Theorie und Praxis sowie die Adaption existierender Mythen oder die Kreation synthetischer Mythen im Bereich der hier zur Debatte stehenden religiösen Reformaktivitäten. „Ohne Mythus aber geht jede Cultur ihrer gesunden schöpferischen Naturkraft verlustig: erst ein mit Mythen umstellter Horizont schließt eine ganze Culturbewegung zur Einheit ab“43  

Kennzeichen einzelner Religions-Reformer oder gar ganzer Bewegungen war in der Nachfolge Nietzsches, Wagners und der Romantik die meist unkritische Rezeption mythologischen Materials, seien es nun die Sagen und Märchen der eigenen Kultur oder die mit den Chiffren „Thule“ und „Atlantis“ bezeichneten Texte, die seit der Jahrhundertwende vor allem der Eugen Diederichs Verlag den begierigen Lesern in ästhetisch anspruchsvollen, aber dennoch erschwinglichen Ausgaben bereitstellte44. Bei aller, seit der deutschen Klassik üblichen Idealisierung des antiken Griechenland, für die wiederum auch Nietzsche seiner Zeit die entscheidenden Stichworte geliefert hatte, war es besonders die deutsche Sehnsucht nach dem ‚Norden’, politische wie ästhetische Konsequenzen im kulturellen Seelenhaushalt modernen Deutschlands ihren Niederschlag fand45.

(4) Das wiederum in Nietzsches Denken auftauchende Wort vom negativen „Sokratismus“ als dem Feinde jeder wahren Kunst und Mythologie zeigt, dass seine Idee einer „neuen Mythologie“, dass also die Verherrlichung der Kunst und die Kritik der instrumentellen Rationalität eng verschränkt waren. Diese, politisch wie ästhetisch letztlich fatale Sehnsucht nach Tiefe fand ihre Anhänger gerade bei Intellektuellen. Ein integraler Bestandteil der nietzscheanischen Rationalitäts- und Bildungskritik war die Abwehr eines Zuviel an historischer Bildung als reiner Tradition und damit der Aufruf, sich der Überlieferung nicht zu unterwerfen, sondern sich dieser aktiv und schöpferisch zu bemächtigen. Die Suche nach bleibenden, gesamtkulturell verbindlichen, gesellschaftlich stabilisierenden und individuell orientierenden Werten ‚ewiger Gültigkeit’ prägte das Antlitz neuer Religion um 1900 maßgeblich.
 
Fassen wir zusammen:
 
Nietzsches radikale Ablehnung des Christentums, seine Häme gegen diese „Religion der Schwachen“, seine Feier des Leibes und Lebens, einer vitalistisch gedeuteten emphatisch bejahten Diesseitigkeit also, seine Idee der Selbsterziehung durch Bildung außerhalb der herrschenden Bildungsanstalten, sein Konzept des „Willen zur Macht“, seine Formeln von „neuen Werten“ und schließlich das grotesk missverstandene Diktum von der „blonden Bestie“ kulminierten in der Beschwörung des „Übermenschen“ als kommender Gattung des „guten Europäers“, zu der sich seine Gesellschaft hinauf-, nicht aber fortpflanzen sollte. Im Denken der Nietzsche-Anhänger aber war es nur ein kleiner Denk -Schritt vom „Übermenschen“ zum „neuen Menschen“. Denn das säkularreligiöse Heilsziel des fin de siècle und späterer Jahrzehnte war weniger der „Übermensch“ als vielmehr der „neue Mensch“, von dem es in der jugendbewegten Zeitschrift „Die Kommenden“ hieß: „Nur der neue Mensch kann die Not wenden“46. Auch dieser „neue Mensch“ hatte seinen Weg durch die Geschichte als „neuer Adam“ zwar in christlichen Kontexten begonnen47; doch es sei nicht unterschlagen, dass Reinkarnations­vorstellungen und schamanistische Wiedergeburtserlebnisse nichtchristlicher Religionen ebenfalls Möglichkeiten  bereitstellen, sich als „neuer Mensch“ zu fühlen oder nach dem rituellen wie dem biologischen Tod als „neuer Mensch“ wiederzukehren. Das Wassermannzeitalter des fin de siècle wie das heutige New Age waren von diesen nichtchristlichen Varianten der Erlösung besonders begeistert.

Bedeutsam in unserem Zusammenhang aber sind die Verschiebungen in den traditionell christlichen Vorstellungen neuen Menschentums. Von Augustin bis zu den Refor­matoren nämlich war dieser „neue Mensch“ nicht das Ergebnis autonomer Selbstkonstituierung des Individuums, sondern letztlich Werk und Geschenk der Gnade Gottes, also Teil der Heilsgeschichte. Durch Christus, in dem die Möglichkeit eines neuen Adam bereits vorweggenommen schien, wurden die Menschen zum neuen Menschsein erlöst. Mit der wachsenden Emanzipation von dieser christlichen Heilsbotschaft wurde es nun denkbar, durch menschliche Selbsttätigkeit den ersehnten „neuen Menschen“ in sich und anderen selbst hervorzubringen. Neben Politikern und politischen Propagandisten aber waren immer wieder die Erzieher – sei es im engeren Sinne Pfarrer und Pädagogen, sei es im weiteren Sinne Publizisten, Schriftsteller und Künstler – vom Phantasma des „neuen Menschen“ sichtlich fasziniert. Gerade in kulturellen Krisenzeiten stilisierten sich Angehörige jener Berufe gerne zu Berufenen, zu „Volkserziehern“48 und Menschheitsrettern. Allein durch die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit konnten sie gewiss sein, zum Gelingen des innerweltlichen Heilsplanes beizutragen. Mit der wachsenden Distanz zur christlichen Erlösungsidee also rückten die utopischen Horizonte von Selbstbildung als Selbstvervollkommnung, von Lebensreform als individualisierter Heilserwartung49 und von Selbsterlösung als Teil der innerweltlichen Heilsgeschichte zusammen. „Ich künde Euch die Selbsterlösung“, dieser Satz des Malers und völkischen Religionsstifters Ludwig Fahrenkrog50, könnte mithin über zahlreichen anderen weltanschaulichen Entwürfen der Epoche stehen. Symbol dieser radikalen Verabschiedung christlicher Erlösungsgewissheit und Fanal menschlicher Selbsterlösungsansprüche wurde Lucifer, der Rebell gegen Gottvater und zugleich der Name des Antichristen51. Als Genius der Revolution bereits bei Proudhon verherrlicht, kehrt Lucifer als Identifikationsfigur des Freigeistes und Künstlers zum Jahrhundertende wieder und gehört seitdem zum Arsenal der Selbstbilder wilhelminischer Bohemiens. Rudolf Steiner gab seit 1902 die Zeitschrift der Deutschen Theosophischen Gesellschaft namens „Lucifer-Gnosis“ heraus, deren Namen in seinem zweiten Bestandteil eine Denktradition benennt, der nicht wenige religiöse Intellektuelle verfallen waren.
 
Die Rede ist von der Gnosis, die auch heute wieder die religiösen Suchbewegungen moderner Gebildeter inspiriert52. Das hat vermutlich unter anderem damit zu tun, dass im gnostischen Denken die Erkenntnisleistungen des Individuums, dessen Bildungserlebnisse also, der entscheidende Weg der innerweltlichen Erlösung, der Weg zur Erkenntnis des Göttlichen sind. In der Erkenntnis der Welt und der eigenen Selbsterkenntnis entbirgt der Gnostiker den göttlichen Funken in der eigenen Brust und wird so dem göttlichen Geistwesen immer ähnlicher. Die Offenbarung des Göttlichen ist im gnostischen wie neognostischen Denken ein Erkenntnisprozess. Eine weitere gnostische Denkfigur – die von der Verworfenheit der Welt und alles Materiellen, das es zu überwinden gelte – war zu allen Zeiten anschlussfähig an gesellschafts- und kulturkritische Diskurse, zumal dann, wenn jene auch noch an apokalyptischen Denktraditionen partizipierten53. Gegenüber der Dunkelheit des weltlichen Seins ist das Göttliche das Licht; die inflationäre Hell-Dunkel-Symbolik der weltanschaulichen Reformbewegungsliteratur sticht ins Auge54, wobei außerdem seit den Zeiten der europäischen Aufklärung Licht als „Metapher der Wahrheit“ fungiert. Sozial- und geistesaristokratische Selbstdeutungsmuster von Gebildeten konnten sich ebenfalls auf gnostische Denktraditionen stützen, hielten Gnostiker sich selbst doch immer für Erwählte, für eine spirituelle Avantgarde im Besitze des eigentlichen, höheren Wissens. Und eben dies war und ist ein Faszinosum für gesellschaftliche Gruppierungen, die real unterdrückt werden oder sich in radikalen gesellschaftlichen Umbruchssituationen als Randgruppe fühlen."

39 Dazu Ulbricht, „Wider das Katzenjammergefühl der Entwurzelung“.
40 Schöner Überblick bei Aschheim, Nietzsche und die Deutschen.
41 Vgl. Karl Löwith: Nietzsches Philosophie der ewigen Wiederkehr des Gleichen (1935). Hamburg 1978 (3., durchgesehene Aufl.).
42 Dazu umfassend Frank, Der kommende Gott.
43 Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie. In: ders.: Kritische Studienausgabe, Bd. 1, S. 145.
44 Dazu Hans-Jörg Uther: Märchen und Sagen im Eugen Diederichs Verlag. In: Hübinger (Hrsg.),
Versammlungsort moderner Geister, S. 376 - 407; Kurt Schier: Die Literaturen des Nordens. In:
ebenda, S. 411 - 449; sowie vor allem Julia Zernack: Geschichten aus Thule. Islendingasögur in
Übersetzungen deutscher Germanisten. Berlin 1994, insbes. S. 11 - 96.
45 Dazu Julia Zernack: Anschauungen vom Norden im deutschen Kaiserreich. In: Handbuch der
„Völkischen Bewegung“ 1871 - 1918, S. 482 - 511.
46 Dazu Justus H. Ulbricht: „Sind Anfang oder Ende wir an der ZeitenWende?“ Bemerkungen zu
Strukturen bildungsbürgerlichen Krisenbewußtseins zwischen Spätwilhelminismus und Weimarer
Republik. In: Bernhard Gajek, Walter Schmitz (Hrsg.): Georg Britting (1891 - 1964). Vorträge desRegensburger Kolloquiums 1991. Regensburg-Frankfurt/M. 1993, S. 55 - 73.
47 Dazu Küenzlen, Der Neue Mensch, S. 51 - 62.
48 Vgl. Justus H. Ulbricht: „Volksbildung als Volk-Bildung“. Intentionen, Programme und Institutionen völkischer Erwachsenenbildung von der Jahrhundertwende bis zur Weimarer Republik. In: Jahrbuch für Historische Bildungsforschung 1 (1993), S. 179 - 203.
49 Vgl. Wolfgang R. Krabbe: Die Lebensreform. Individualisierte Heilserwartung im industriellen
Zeitalter. In: Journal für Geschichte 2 (1980), H. 6, S. 8 - 13.
50 Ludwig Fahrenkrog: Ich künde Euch die Selbsterlösung (= III. Teil des Aufrufs „An die Germanen aller Länder dieser Erde“). In: Das Deutsche Buch. Hrsg. v. der
Germanischen-Glaubens-Gemeinschaft. Berlin-Steglitz 1921, S. 15 - 17. – Zu Fahrenkrog s.
Schnurbein, Die Suche nach einer „arteigenen Religion“, S. 178 - 180.
51 Ernst Osterkamp: Lucifergestalten der wilhelminischen Ära. Der Lichtbringer im Prozeß der
Zerstörung der Vernunft. In: ders.: Lucifer. Stationen eines Motivs. Berlin-New York 1970, S. 213 - 248.
52 Micha Brumlik: Die Gnostiker. Der Traum von der Selbsterlösung des Menschen. Frankfurt/M. 1995.
Vgl. auch Kurt Rudolph: Intellektuelle, Intellektuellen-Religion und ihre Repräsentation in Gnosis undManichäismus. In: Antes, Pahnke (Hrsg.); Die Religion von Oberschichten, S. 23 - 34.
53 Bester Überblick bei Klaus Vondung: Die Apokalypse in Deutschland. München 1988. 

Teilzitat aus:

„Ohne Juda, ohne Rom bauen wir Germaniens Dom“. Entstehung und Funktion des deutschen Neuheidentums – eine religionswissenschaftliche Annäherung.

Vortrag auf der Tagung „Neuheidentum. Zurück zu einem neuen Anfang ...“

Schwerin, 7. Mai 2002, Schloss

von Justus H. Ulbricht (Historiker) 

(Hervorhebungen durch die Red. AARON-Edition)

Ganzer Vortrag: 

http://www.bildung-mv.de/sekteninfo/Vortrag%20von%20Justus%20H.pdf

 

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